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10. Philosophischer Herbst in Todtnauberg

 
06. - 10. November 2011:
Der dynamische Geist der Moderne

11. - 15. November 2011:
Heidegger und Stefan George

So. 06. - Do. 10. November 2011

Sprache und Bild in Bewegung - Der dynamische Geist der Moderne

Dozent: Dr. Perdita Rösch, Konstanz

Die literarische/klassische Moderne zeichnet sich durch ein spezifisches Interesse für das Phänomen der Bewegung aus. Dies jedoch nicht (nur) in einem oberflächlichen Sinne, dass die Moderne mit diesem Phänomen konfrontiert ist (Kino, Automobil, allgemeine Beschleunigung des Lebens) und dadurch Anregungen erfährt.
Das gilt auch in einem spezifisch innerpoetischen Sinne: Sprache und Bilder lösen sich auf in Bewegungsstrukturen. Sinn entsteht nicht mehr vorrangig durch die inhaltliche Aussage/Darstellung eines Gedichtes oder Bildes, sondern durch eine sprachliche bzw. bildnerische Darstellung, welche “fließend” ist und den aktiven Nachvollzug des Geschehens im Text oder Bild durch den Leser und Betrachter erfordert. Damit einher geht die Betonung der formalen Mittel: In der Sprache Klang, Rhythmus, Wortgestalt, in den Bildern Farbe, Linie, Materialität der Bildmittel.
Interessanterweise entstehen dabei Gedichte von einer intensiven “Bildlichkeit” bzw. “Visualität”, Bilder hingegen von einer hohen "Poetizität".
Im Seminar wollen wir diesem die Moderne konstituierenden Phänomen der Bewegung nachspüren, vorrangig an Gedichten, doch auch an einigen zentralen Bildwerken der Moderne. Ein Schwergewicht wird neben Rilke, Hofmannsthal und weiteren Begründern der Moderne auf Stefan George liegen.

Textgrundlage:
Ein Reader mit Texten wird bereitgestellt.

Die Dozentin:
Dr. Perdita Rösch ist seit 2006 Lehrbeauftragte für Literatur-Kunst-Medien an der Universität Konstanz und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Redaktion der von Prof. Jürgen Mittelstraß herausgegebenen 'Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie'. Daneben arbeitet sie an eigenen wissenschaftlichen Projekten (Poetik und Ästhetik der Moderne, Theorie und Praxis von Text-Bild-Beziehungen, Denkfiguren/Figuren und Räume des 'Dazwischen'). Jüngste Buchveröffentlichung: Aby Warburg, Paderborn: Wilhelm Fink 2010 (UTB 3343).


Anmeldung, Seminarzeiten und Kursgebühr: siehe unten

Fr. 11. - Di. 15. November 2011

Kein Ding sei, wo das Wort gebricht - Heidegger und Stefan George

Dozent: Prof. Dr. Dr. Claus Artur Scheier, Braunschweig

1957/58 hielt Martin Heidegger vier Vorträge, die er im Jahr darauf unter den Titeln Das Wesen der Sprache und Das Wort in der Sammlung Unterwegs zur Sprache veröffentlichte. Gegenüber den Vorträgen und Aufsätzen, deren jüngste aus dem Jahr 1954 stammen, ist der Ton zurückgenommen, fast kammermusikalisch, auf verhaltene Weise persönlich. Dies Denken, dem die große Geste und der herrische Rhythmus nicht fremd waren, bewährt sich unaufdringlich als "Besinnung", sobald es die intimste lyrische Form in acht nimmt, das "Lied": Die Vorträge bilden ein Geviert um Stefan Georges spätes Gedicht "Das Wort".
Mit den letzten Liedern aus dem Neuen Reich hatte George nicht nur Abschied genommen vom dichterischen Schaffen, sondern auch von der Naherwartung eines "neuen Reichs", wie sie seinen "Kreis" versammelt und motiviert hatte. Auf berührende Weise besprechen diese zwölf letzten Lieder den Verzicht und wie er zu bestehen sei. Heidegger entdeckt darin eine Grundkonstellation modernen Denkens überhaupt, das Doppelwesen von Sprache und Wort. Es meint zum einen das (substantivische) Wesen im Sinn des Feststellens der Dinge zu Gegenständen technisch-wissenschaftlicher Nutzung, zum andern das (verbale) Wesen der Dinge in der Weise des Begegnenlassens, wie es das dichterische Denken vermag. Aus dieser Erfahrung eines unvorgreiflichen Angegangenseins des Menschen durch die Sprache entfaltet sich das Verhältnis von Zeit, Welt und Ding als die Möglichkeit eines "anderen Anfangs" nicht aus dem Lärm des Redens, sondern aus der Stille. Zuletzt ist sie zurück zu denken in die unhintergehbare Differenz, als die die Sprache Schrift ("Riß") ist.
Das läßt sehen, wie der in seine äußerste Möglichkeit gekommene Denkweg Heideggers dem zur gleichen Zeit sich formierenden Strukturalismus und Poststrukturalismus und so dem geschichtlichen Ort des gegenwärtigen Denkens den Möglichkeitsspielraum eröffnet. Jacques Derrida wird das dankbar anerkennen, und wir tun gut daran, sorgsam auf diese tonale Rückung der Sprache des Denkens unserer Zeit zu hören. Wovon hat George gedichtet? Was hat Heidegger daran zu denken gegeben? Wie geht beides uns an nach einem ganzen und nach einem halben Jahrhundert? Dem wird das Seminar nachfragen.

Textgrundlage
Der Dozent
Prof. Dr.med. Dr. phil habil. Claus-Artur Scheier, geb. 1942, Studium der Medizin, Psychologie und Philosophie in Freiburg und Hamburg. Med. Promotion 1968, Approbation 1970, phil. Promotion 1972, phil. Habilitation 1979, seit 1982 Professor für Philosophie an der TU Braunschweig.
Mehrere Bücher und zahlreiche Aufsätze mit den Schwerpunkten klassische Philosophie, deutscher Idealismus, antimetaphysisches Denken des 19. und 20. Jahrhunderts, Philosophie der Kunst.

Seminarzeiten:
erster Tag: 16 - 18 Uhr, anschl. gemeinsames Abendessen im Hotel Engel
zweiter Tag: 10 - 12 Uhr und 16 - 18 Uhr
dritter Tag: 10 - 12 Uhr
vierter Tag: 10 - 12 Uhr und 16 - 18 Uhr
letzter Tag: 9.30 - 11.30 Uhr


Kursgebühr: € 150.- pro Seminar


>> Martin-Heidegger-Rundweg Todtnauberg
>> Unterkünfte in Todtnauberg
>> Pauschale: Philosophischer Herbst (Pension Daheim)


Weitere Informationen und Anmeldung:

Tourist Information Todtnauberg
Kurhausstr.18
79674 Todtnauberg
Telefon: +49 (0)7671 / 9 69 69-0
Fax: +49 (0)7671 / 9220
todtnauberg@bergwelt-suedschwarzwald.de



Freie Zimmer / Fewos
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Klassifizierung:
 


Kontaktdaten
Tourist-Information Todtnau
Meinrad-Thoma-Str. 21
79674 Todtnau
Telefon: +49 (0)7671 / 9 69 69-5
Fax: +49 (0)7671 / 636


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>> Heidegger-Flyer deutsch (PDF, ca. 4,7 MB)
>> Heidegger-Flyer english (PDF, ca. 4,5 MB)
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