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Heimatgeschichten - Sommernacht auf dem Belchen

Eine Geschichte von Matthias Kupferschmidt.

Matthias KupferschmidtHallo, mein Name ist Matthias. Ich komme aus Todtnau und obwohl ich am Fuße des Feldbergs aufgewachsen bin, ist für mich der Belchen bei weitem der schönste Berg im Schwarzwald. Hier oben schweifen nicht nur die Blicke, sondern auch meine Gedanken in die Ferne, sodass ich vom Alltag ganz schnell abschalten kann. So auch an diesem lauen Sommerabend...


Es sind diese Nächte, die sich kaum ertragen lassen. Seit Wochen erstreckt sich eine Hitzewelle über Deutschland. Es hat in den vergangenen Tagen und Wochen kaum einen Tropfen geregnet. In meiner Dachgeschosswohnung empfinde ich die Hitze ohnehin als noch viel extremer. Nachts in Ruhe einige Stunden durchschlafen? Daran ist nicht zu denken. Der Gedanke an eine weitere unruhige Nacht treibt mich um. Ganz spontan und ohne jegliche Vorplanung packe ich meinen Rucksack. Einen Schlafsack, eine Stirnlampe, meine Kamera samt Stativ - dann geht es los. Ein kleines Vesper und ein gutes Bier nehme ich ebenso mit, wie für den Fall der Fälle einen Pullover. Es ist halb sieben am Sonntagabend, als ich mich mit dem Auto in Richtung der Talstation der Belchen Seilbahn aufmache.
Um 21.04 Uhr soll die Sonne untergehen. Ein Naturschauspiel, das ich auf jeden Fall mit meiner Kamera festhalten will. An der Talstation der Belchen Seilbahn stelle ich mein Auto ab. Ich nehme meinen Rucksack und das Stativ auf den Rücken und mache mich zu Fuß auf in Richtung des Belchengipfels. Ich folge dem Weg durch die Donauwellen, ehe sich nach Passieren der alten Belchenstraße ein kleines, schmales Wegchen in Richtung des Belchenhauses schlängelt. Am Belchenhaus angekommen sind es nur noch wenige Minuten bis zum Gipfel. Inzwischen ist es viertel nach sieben, als ich das Gipfelkreuz erreiche. Bis zum Sonnenuntergang sind es noch etwas mehr als eineinhalb Stunden. Genug Zeit also, um mir ein bequemes Plätzchen zu suchen. Unweit des Gipfelkreuzes finde ich dieses. Ich lege meinen Rucksack ab und richte mein Stativ und die Kamera in Richtung Westen aus. Ein paar Handgriffe und einige Einstellungen später, lege ich mich ins Gras und warte auf den Sonnenuntergang. So gefesselt von der Abendstimmung, nehme ich die anderen Menschen, die sich unweit von mir auf dem Gipfel befinden, gar nicht wirklich wahr. Und dann, kurz nach neun, wird es richtig stimmungsvoll. Ich positioniere mich hinter meinem Stativ und der Kamera und genieße, während ich auf den Auslöser drücke, den traumhaft schönen Sonnenuntergang. Die hinter den Vogesen und der Rheinebene untergehende Abendsonne verwandelt den Himmel in ein orange-rotes Farbenmeer, während im Tal so langsam die Lichter angehen. Minütlich wird es dunkler. Hier könnte ich ewig bleiben. Die Natur und ich, sonst nichts.

Doch ich muss nach Hause, ein weiterer Bürotag liegt vor mir. Im Dunkeln packe ich meinen Rucksack, mein Stativ und die Kamera, schalte meine Stirnlampe an und mache mich, noch immer tief berührt von diesem einzigartigen Augenblick und mit einigen herrlichen Aufnahmen auf den Weg hinunter zu meinem Auto...